Das ging gründlich daneben: Xandros auf einem modernen Notebook installieren
Gestern habe ich ja berichtet, dass ich die Linux-Distribution Xandros testen will, heute nun geht es los.
Laut Werbung und Handbuch ist Xandros das benutzerfreundlichste Linux und so möchte ich heute wissen, wie sich die Installation aus Sicht eines normalen PC-Benutzers darstellt. Der normale Anwender weiß nichts von Cheatcodes, Treiberproblemen und nicht eingebundenen Kernelmodulen. Er möchte nur, wie bei anderen Betriebssystemen, die Installations-CD einlegen und nach einer gewissen Zeit ein lauffähiges schönes System haben.
Schauen wir mal, wie das bei Xandros ist.
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Die Installations-CD von Xandros ist eingelegt. Es kann losgehen: Warmstart und Xandros bootet von CD.
Nach 2 Minuten Hardwareerkennungsprozedur erscheint der Xandros-Installationsassistent mit dem Willkommensbildschirm.
Ich wähle die “Benutzerdefinierte Installation” und nehme die Softwareauswahl vor.
Die Festplattenaufteilung überlasse ich der Intelligenz von Xandros.
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Nachdem alles ausgewählt ist, erscheint die Aufforderung, die Installations-CD zu entnehmen und neu zu booten.
Oh – jetzt bin ich aber überrascht!
Ich habe noch keine Installationsaktivität bemerkt!
Ich befolge die Anweisung und natürlich – der PC bootet das alte Betriebssystem und nicht Xandros.
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ERSTER FEHLSCHLAG!
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Okay, also nochmals.
Dieses Mal gehe ich in den Expertenmodus der Partitionierung.
Wichtige Erkenntnis: man muss explizit die neue Partitionstabelle schreiben lassen, das geht nicht automatisch.
Wieder erscheint die Aufforderung, die CD zu entnehmen – das System hat aber wiederum noch gar nichts installiert – also wieder das gleiche Ergebnis?
Genau!
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ZWEITER FEHLSCHLAG!
Boot Error 15 wird angezeigt: eben – er kann nichts vom Betriebssystem finden, wenn er nur die Partitionen formatiert hat.
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Ich beginne nochmals von vorne, aber mit deutlich weniger Freude!
Jetzt gibt sich Xandros mehr Mühe und installiert auch richtig.
Lebt Xandros etwa noch dem Motto: “alle guten Dinge sind drei (Installationsversuche)?”
Nach knappen 20 Minuten meldet das System, dass die Installation abgeschlossen sei.
Es erscheint die übliche Meldung, die Installations-CD zu entnehmen.
Okay – Warmstart – die Spannung steigt!
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Wow, es sieht alles super aus, das System scheint zu kooperieren.
Hurra!
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Zu früh gefreut, das System hängt sich beim Test der Dateisysteme auf!
Na super!
Vielleicht braucht es ja auch hier 3 Anläufe, dann reboote ich einfach mal!
Ein Warmstart geht erst gar nicht – also Kaltstart!
Anschließend begebe ich mich in den Konfigurations-Expertenmodus.
Großes Erstaunen: da gibt es keine wirkliche Expertenumgebung, man bekommt nur die Kernelmeldungen zu sehen!
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Jetzt ergreift mich echter Frust.
Ich stelle mir vor, dass ein Nicht-Linuxer gerade Xandros erworben hat, weil in Handbuch und Werbung vom benutzerfreundlichsten Linux überhaupt gesprochen wird.
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Was würde ein normaler Anwender jetzt machen? Ah, vielleicht im Handbuch nachsehen. Ich mache das und dort steht allen ernstes, dass man nun eine Reihe von Option “durchprobieren” soll.
Ist Xandros ein “try and error” System?
Ich experimentiere mit einigen Einstellungen, aber nichts passiert.
Also höre ich an dieser Stelle auf, nachdem ich nunmehr 3 Stunden investiert habe.
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Ein reiner PC-Anwender hätte wahrscheinlich schon viel früher aufgehört.
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Mein Zwischenfazit für heute: von Benutzerfreundlichkeit keine Spur – für uns Kleinunternehmer nicht geeignet! Und dafür hat man auch noch knapp 100 Euro bezahlt.
Da kann sich Microsoft freuen, so motiviert man niemanden für einen Umstieg.
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Nachtrag: während ich diesen Text hier schreibe, habe ich auf dem besagten Notebook die Linux-Distribution Kanotix installiert – ohne Probleme, sämtliche Notebookhardware wurde erkannt und funktioniert.
Danke Kanotix, da können wir Kleinunternehmer und Anwender ja doch noch hoffen!
Tags: Installation, Kanotix, Linux, Xandros
